Managementkompetenz Energie
Die Energiewende und das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) verändern die Rahmenbedingungen für Unternehmen tiefgreifend – und verlangen von Unternehmen mehr Aufmerksamkeit, Wissen und strategische Kompetenz im Energiemanagement.Nach der Begrüßung durch WKS-Vize-Direktorin Anita Wautischer erhielten die Teilnehmenden von Barbara Weichsel-Goby (BMWET) und Günter Pauritsch (AEA) kompaktes Fachwissen und konkrete Handlungsempfehlungen, um die kommenden Anforderungen ebenso wie neue Chancen erfolgreich zu nutzen. Die Energiewende bringt mit dem neuen Strommarktgesetz steigende Komplexität, aber auch neue Möglichkeiten für Unternehmen. Das stellt vor allem Führungskräfte vor neue Herausforderungen, rechtliche Neuerungen zu verstehen, Energiedaten effizient zu nutzen, Leistungsspitzen zu reduzieren und strategische Investitionen zu planen.
Nur wer seine Energiedaten kennt und regulatorische Entwicklungen im Blick hat, kann Kosten sparen, Risiken minimieren und Wettbewerbsvorteile sichern.In der Veranstaltung erhielten die Besucher praxisnahe Einblicke von verschiedensten Expert:innen zu:
- aktuellen rechtlichen Änderungen (inkl. ElWG)
- der Bedeutung von Managementkompetenz im Energie- und Lastmanagement
- entscheidenden Energiedaten und modernen Monitoring-Tools
- technischen Lösungen für KMU – von einfachen Systemen bis zu professionellem Energiemanagement
Kurze Zusammenfassung unsere Programm-Highlights & Expert:innen-Inputs
Rechtlicher Rahmen für Energieeffizienz (EED III) Barbara Weichsel-Goby, Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus Sie ordnete das ElWG als Umsetzung einer lange ausstehenden EU-Richtlinie und als größte Strommarktreform seit 20 Jahren ein. Die Komplexität resultiere aus dem Ausgleich vieler Interessen. Ihr zentraler Punkt: Das Prinzip „Energy Efficiency First“ muss zur Grundlage energierelevanter Entscheidungen werden.
Das neue ElWG aus Sicht der Unternehmen Günter Pauritsch, Austrian Energy Agency Er analysierte neue Kostenkomponenten wie den moderaten Versorgungsinfrastrukturbeitrag und die künftige leistungsorientierte Tarifstruktur, bei der rund 40 % der Netzkosten über Leistungspreise abgedeckt werden sollen. Batteriespeicher seien bedeutend – aber nur mit klaren Regeln zur „Systemdienlichkeit“.
Relevante Energiedaten & effiziente Organisation Ingo Obermoser, OBERMOSER Facility Management Consulting Er zeigte, welche Energiedaten für Unternehmen entscheidend sind und wie eine strukturierte Datenerfassung die Basis für erfolgreiche Optimierungen schafft.
Digitalisierung im Bestand Kevin Filzwieser, Netconnect Consulting GmbH Er präsentierte praxisnahe Digitalisierungsansätze, die den Einstieg in Monitoring und Automatisierung erleichtern.
Dynamische Energiepreise, Lastmanagement & Sektorkopplung Markus Leeb, LINK3 GmbH Er erläuterte die zukünftige Rolle dynamischer Preise und die Bedeutung eines integrierten Energiemonitorings.
Lastmanagement & Sektorkopplung Dominik Gabriel, Loxone Austria GmbH Er zeigte konkrete Anwendungsfälle, wie Unternehmen Lastspitzen reduzieren und Energieflüsse intelligent steuern können.
Lastmanagement, Speicher, Energiegemeinschaften & Co. Thomas Huber, Holistic Green Consulting Er gab einen Überblick über praktikable Maßnahmen und deren wirtschaftliche Wirkung.
Energiemanagement mit System Gergely Kovacs, Ingenieurbüro S&T e.U. Er zeigte die Bedeutung strukturierten Energiemanagements für kontinuierliche Verbesserungen auf.
Vom Datenchaos zur klaren Unternehmenssteuerung Merlin Schönthier-Richter, umwelt service salzburg Er machte deutlich, wie Unternehmen Energiedaten erfolgreich nutzen können, um Transparenz zu schaffen und gezielt zu steuern.
Podiumsdiskussion: Leistung wird zum zentralen Kostenfaktor
In der Podiumsdiskussion wurde besonders deutlich: Leistung statt Kilowattstunden entscheidet künftig über Energiekosten. Unternehmen müssen daher ihr Lastverhalten viel stärker im Blick behalten.
Daniel Reiter (Salzburg Netz GmbH) erläuterte die Entwicklung zu flexiblen, stundenbasierten Tarifen. Er mahnte, dass Marktoptimierung nicht immer Netzoptimierung ist und betonte die Verschiebung von Energie- zu Leistungsoptimierung.
Manfred Rosenstatter (ALUMERO Group) sah große Chancen für Wettbewerbsfähigkeit. Er riet, Lastprofile genau zu analysieren, bevor dynamische Tarife genutzt werden. Rosenstatter nannte außerdem den Peer-to-Peer-Stromhandel einen echten „Game Changer“ und empfahl daher eine klare Kombination: PV + Speicher + intelligentes Energiemanagement!
Guenter Pauritsch (AEA) erklärte die neue leistungsorientierte Netztarifierung. Zudem beleuchtete er die Rolle von Batteriespeichern und den Bedarf klarer Regeln.
Zuguterletzt ordnete Barbara Weichsel-Goby (BMWET) die Reform energiepolitisch ein. Weichsel-Goby betonte vor allem die Effizienz und Systemdenken als Erfolgsfaktoren.
Unser Fazit Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie stark das neue Strommarktgesetz die strategische Ausrichtung von Unternehmen beeinflussen wird. Leistungsmanagement, digitale Monitoringlösungen und fundierte Managementkompetenz werden zu zentralen Stellschrauben, um Energiekosten zu kontrollieren und Chancen der Energiewende zu nutzen. Das große Interesse und die engagierten Diskussionen machen deutlich: Unternehmen wollen aktiv gestalten – und sie brauchen verlässliche Orientierung.
