14.07.17

Fahnen-Gärtner spart jährlich 15.000 Euro Energiekosten

In der österreichischen Industrie beträgt der Energiebedarf von Dampfsystemen rund 40 Prozent des gesamten Brennstoffeinsatzes. Vor allem in der Papier-, Holz- Chemie-, Textil- und Lebensmittelindustrie werden zwischen 30 und 70 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs für die Dampferzeugung benötigt. Eine Optimierung der Dampfanlage liegt daher sehr nahe: sie spart Energiekosten und schont dabei auch noch die Umwelt.

Brennstoffeinsatz durch Abgaswärmerückgewinnung reduzieren

Neben anderen klassischen Einsparmaßnahmen bei Dampfsystemen wie z. B. Brennereinstellung verbessern, Leitungen isolieren oder Leckagen in Leitungen beheben, bietet die Abgaswärmerückgewinnung mittels Abgaswärmetauscher ein Einsparpotential von 5 bis 10 Prozent der gesamten, eingesetzten Brennstoffmenge. Somit kann die im Abgas enthaltene Restwärme rückgewonnen und unter anderem für folgende Anwendungen sinnvoll wiederverwendet werden:

  • Vorwärmung
  • Erwärmung von Brauch- und Prozesswasser
  • Spülwasser-, Reinigungswassertanks

Um das Abwärmepotential auch nutzen zu können muss man beachten, dass gleichzeitig ein entsprechender Wärmeabnehmer bzw. eine Wärmesenke mit ausreichend Wärmebedarf vorhanden sein soll.

Einfache Nachrüstung und schnelle Amortisation

Neukessel werden schon häufig mit integriertem Abgaswärmetauscher ausgestattet. Aber auch die Nachrüstung von Dampfkesseln mit einem Abgaswärmetauscher lässt sich einfach und problemlos durchführen. Die Abgaskomponente kann individuell, entsprechend der Kesselleistung und der Gegebenheiten, ausgelegt und angepasst werden. Die Investitionskosten für die Nachrüstung eines Abgaswärmetauschers amortisieren sich bei kontinuierlich betriebenen Anlagen meist nach rund 3 Jahren.

Fahnen Gärtner nutzt Abgaswärme

Die Fahnen Gärtner GmbH mit Sitz in Mittersill ist Österreichs Marktführer, wenn es um Flaggen und Fahnen geht. Über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verarbeiten bei Fahnen Gärtner in Mittersill pro Jahr rund eine halbe Million Quadratmeter Stoff zu Fahnen und Fahnenzubehör. Verantwortungsvolles Unternehmertum und Energieeffizienz liegen dem Pinzgauer Betrieb besonders am Herzen.

Im Zuge der Erneuerung der Prozesswärmeanlage wurden 2 bestehende und verlustbehaftete Kessel durch eine Kombination aus Wärmeträgerölkessel und Dampfkessel inkl. Abgaswärmetauscher ersetzt. Des weiteren wurden auch Abluftgeräte mit einer Wärmerückgewinnung nachgerüstet. Die ausgekoppelte Wärme wird bei Fahnen Gärtner für die Beheizung der Gebäude sowie für die Vorwärmung von Brauchwasser eingesetzt.

Mit Unterstützung von umwelt service salzburg und der Beratung durch sattler energie consulting spart sich das Unternehmen rund 15.000 Euro an jährlichen Energiekosten – allein durch die Nutzung der Abgaswärme. „Mit der effizienten Erneuerung unserer Prozesswärmeanlage sowie der Wärmerückgewinnung aus Abgas, Waschwasser und Abluft sparen wir insgesamt ca. 50-60 Prozent Energie, das sind ca. 60-80.000 Liter Heizöl, im Jahr ein“, freut sich Geschäftsführer Ing. Gerald Heerdegen.

Abwärmepotentiale erkennen durch geförderten Energiecheck

Die umwelt service salzburg - Berater sind Spezialisten auf ihrem Gebiet. Mit dem "Energiecheck für Produktionsbetriebe" helfen sie Ihnen dabei, im Rahmen eines Energiechecks technisch und wirtschaftlich relevante Abwärmepotentiale zu erkennen und erarbeiten maßgeschneiderte Lösungsvorschläge für Sie. Die Beratung wird von umwelt service salzburg mit bis zu 50 Prozent der maximalen Beratungsstunden unterstützt. Umweltzeichen- oder EMAS zertifizierte Unternehmen sowie Salzburg 2050-Partner erhalten sogar 75 Prozent Förderzuschuß.