06.09.17

Interview mit DI Matthias Poldlehner, Moldan Baustoffe GmbH & Co. KG

15 Salzburger Unternehmen unterschiedlichster Größe und Branche verbindet vor allem eines: Sie sind seit rund einem halben Jahr "Salzburg2050 Partnerbetriebe". Das bedeutet, dass sie besonders klima- und energiebewusst wirtschaften. Außerdem haben sie sich dazu entschlossen, mit der Unterstützung des umwelt service salzburg ein maßgeschneidertes Arbeitsprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes umzusetzen. Dafür erhalten sie neben einer umfangreichen Beratung auch einen erhöhten Förderzuschuss.
Als Erstes dieser Unternehmen möchten wir Ihnen die Moldan Baustoffe GmbH & Co. KG in Kuchl vorstellen. Im Interview spricht DI Matthias Poldlehner - bei Moldan zuständig für die Bereiche Energie, Umwelt und Projekte - über Motivation, Konkurrenzdenken und Ziele eines Salzburg2050-Partners.

Herr Poldlehner, die Moldan Baustoffe GmbH & Co. KG hat sich mit der Partnerschaftsunterzeichnung von Salzburg 2050 dazu entschlossen, das Land bei ihrer Klima- und Energiestrategie zu unterstützen. Was war Ihre Motivation dazu?
Neben der Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems im Oktober 2016 stellt die Partnerschaft im Zuge des Projektes Salzburg 2050 einen weiteren Schritt der betrieblichen Entwicklung der Moldan Baustoffe dar. Als traditionsreicher, regionaler Baustoffhersteller spielen Ressourcenschonung, Abfallvermeidung und Energieeffizienz eine wesentliche Rolle in unserem Unternehmen. Die Aufstockung der Bundesförderungen durch das Land Salzburg sowie der Informations- und Gedankenaustausch mit Betrieben aus der Umgebung sind für uns zusätzliche Beweggründe der Partnerschaft.

Ihr Unternehmen produziert Baustoffe für unterschiedliche Gebäude. Spielen hier ressourcen- und umweltschonende Verfahren eine Rolle, um sich von Mitbewerbern abzuheben?
Die Weiterentwicklung und Optimierung bestehender Betriebsabläufe und Verfahren bei der Gewinnung, Verarbeitung und Disposition unserer Bauprodukte spielen eine wesentliche Rolle. So wurden in den vergangenen Jahren etliche Projekte hinsichtlich Energieeinsparung, Ressourcenschonung, CO2- Einsparung, etc. umgesetzt. Unter anderem wurden elektrisch betriebene Förderbänder als Ersatz für fossil betriebene Transportmittel errichtet, diverse Antriebsmotoren ausgetauscht und mit Frequenzumformer ausgestattet, Mitarbeiterschulungen durchgeführt, Analyseverfahren und Produktionsabläufe wurden optimiert und somit effizienter gestaltet. Auf dem Feld der Produktverpackung setzt Moldan im Bereich der Sackwaren auf alternative Verpackungsmaterialien aus reinem Kunststoff. Diese erleichtern das Recycling und erhöhen die Verfügbarkeit und Haltbarkeit der Bauprodukte.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird oft leichtfertig in nahezu jeder Branche verwendet. Was bedeutet er für ihr Unternehmen?
Als regional verwurzelter Salzburger Betrieb, dessen Kernkompetenz in der Verarbeitung natürlicher Rohstoffe liegt, stellt der Begriff „Nachhaltigkeit“ einen bedeutenden Bestandteil der Unternehmensphilosophie dar.
Durch qualitativ hochwertige Analysen im Vorfeld der Materialgewinnung, eine umwelt- und ressourceneffiziente Abbauweise, stetige Optimierungen im Herstellungsprozess und dem gezielten Einsatz erneuerbarer Energieformen werden Primärrohstoffe geschont und die Energieeffizienz laufend gesteigert.

Das erklärte Ziel von Moldan ist es, bis 2020 zehn Prozent der Energieeffizienz zu steigern. Wo steht ihr Unternehmen bei diesem Prozess?
Im Zuge der Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems nach ISO 50.001 wurde dieses Ziel festgelegt. Neben den bereits umgesetzten und den geplanten Einsparungsmaßnahmen spielt vor allem die aktive Einbindung unserer Mitarbeiter eine wesentliche Rolle. Wir sind davon überzeugt die angestrebte Effizienzsteigerung bis 2020 durch die Umsetzung der geplanten Maßnahmen und die Motivation, Ideen und Vorschläge unseres Personals zu erreichen.

Die Errichtung einer großen Photovoltaik-Anlage ist bereits in Planung. Was hat Moldan sonst noch vor, um den betrieblichen Umweltschutz als Salzburg 2050 Partner voranzutreiben?
Im Rahmen eines Photovoltaik-Checks wurden sowohl bei Moldan als auch bei den Salzburger Sand- und Kieswerken (Mutterunternehmen) mehrere Standorte hinsichtlich der Errichtung einer PV-Anlage mit einem Experten des umwelt service salzburg untersucht. Da bei Moldan vor der Errichtung der PV-Anlage eine umfassende Dachsanierung durchzuführen ist, wurde dieses Projekt vorerst aufgeschoben. Seitens der Salzburger Sand- und Kieswerke wurde am Standort Siggerwiesen Anfang Juli 2017 in eine PV-Anlage mit ca. 75 Kilowatt-peak Leistung investiert.
Maßnahmen wie die Umstellung der Beleuchtung auf LED, die Errichtung zusätzlicher Rohmaterial- und Fertiggutsilos und die Neugestaltung unseres Abfallsammelplatzes befinden sich bereits in der Umsetzung. Geplant sind - neben der Umrüstung der Brennanlage und dem Einsatz effizienter Antriebsmotoren – auch Spritspartrainings.

Unterschiedliche Experten von umwelt service salzburg unterstützen Sie bei ihren Vorhaben. War Ihnen die Bandbreite an Möglichkeiten zu Beginn der Partnerschaft bewusst?
Vor allem im Bereich der Energieeffizienz arbeiten wir seit mehreren Jahren mit Experten des umwelt service salzburg zusammen. Über die Förderschiene Salzburg 2050 wurde uns jedoch erst das gesamte Angebot an Beratungsmöglichkeiten (Ressourcenmanagement, Abfallmanagement, etc.) bewusst.

Alle 15 "SALZBURG 2050 Partnerbetriebe" auf einen Blick

Weitere Informationen zum Programm "Salzburg2050 Partnerbetriebe" unter www.salzburg2050.at.

Moldan Baustoffe GmbH & Co. KG