13.09.16

Effiziente Energie - umwelt service salzburg zeigt Potenziale und definiert Umweltmaßnahmen

Nur Wäschereien und Industriebetriebe brauchen noch mehr Energie als Bäckereien: Zwei bis sechs Prozent des Umsatzes müssen in dieser Branche für Energie veranschlagt werden, das sind bis zu 350.000 Kilowattstunden pro Jahr. Damit sind die Bäckereien Spitzenreiter beim Energieverbrauch im Handwerk. Immer öfter stehen Bäckereien aber auch im Konkurrenzkampf mit Großmärkten, die ebenfalls frisch aufgebackenes Brot anbieten. Die Energiekosten für die Herstellung von Teigwaren sind daher immer öfter auch ein Wettbewerbsfaktor.

„Energiesparen lohnt sich auf alle Fälle, denn Bäcker brauchen bis zu dreimal mehr Energie als zum Beispiel Köche“, sagt Mag. Andreas Radauer, Energieberater von umwelt service salzburg und ergänzt: „Bäcker können aber auch viel mehr Energie sparen als andere Berufsgruppen. Bis zu 10 Prozent des Stromverbrauchs und bis zu 20 Prozent des Wärmeverbrauchs sind durch energieeffiziente Maßnahmen möglich. Das verringert die Betriebskosten jährlich um ein paar Tausend Euro.“

Backen verbraucht über 60 Prozent der Energie

Der Großteil der Energie, rund zwei Drittel, wird für das Backen benötigt, gefolgt von der Raumwärme. Die hohen Backtemperaturen bringen große Verluste mit sich – da liegt ein enormes Sparpotential in fast jedem Betrieb. Immer mehr Energie verlangt die Kühlung von gefrorenen Teiglingen. Sie werden tiefgekühlt in die Bäckerei angeliefert und dort je nach Bedarf aufgebacken. Durch diese Tiefkühlung der Teiglinge hat sich der Strombedarf von Bäckereien in den letzten Jahren dramatisch erhöht. Aber auch die Laden-Backöfen und Backstationen verschlingen einen Großteil der sogenannten Prozesswärme.

Energie sparen und gleichzeitig Alternativen nutzen – für optimale Energieeffizienz

Unterschätzt wird oft auch der Energiebedarf für die Mehl-Verarbeitung – um ein Kilo Mehl zu verarbeiten, braucht man rund drei Liter Warmwasser. Dieses gäbe es allerdings auch kostenlos – indem es vollständig durch Abwärme aus den Kälteanlagen erhitzt wird statt mit teurer Elektrizität. Zusätzlich sparen exakt geplante Warmhaltezeiten, konsequentes Schließen der Ofentüren oder optimierte Backflächen und Backgutreihenfolgen viel Energie – und das meist ohne finanziellen Aufwand. Weitere Einsparpotenziale bietet beispielsweise der Einsatz von LED-Beleuchtung. Dass sich auch umfassendere Maßnahmen, wie Steuerungsanlagen oder Wärmerückgewinnung, oft bereits nach wenigen Jahren auszahlen, zeigen die Berater des umwelt service salzburg: Sind alle relevanten Energieverbraucher optimiert, kann nämlich eine durchschnittliche Bäckerei den Energieverbrauch um rund 30 Prozent reduzieren, sie zahlen damit deutlich weniger Betriebskosten. „Für ein umfassendes und effektives Energieeffizienzkonzept ist es wichtig, einerseits Energie einzusparen, andererseits aber auch Alternativen zum herkömmlichen Energieaufwand zu finden, zum Beispiel durch Abwärmenutzung, Photovoltaik oder E-Mobilität. Nur so minimiert man alle relevante Verbraucher und optimiert die Effizienz“, erklärt Mag. Andreas Radauer, Energieberater von umwelt service Salzburg.

Einfache Analysen ergeben Kennzahlen für den Energievergleich

Ob eine Bäckerei zu viel Energie verbraucht, lässt sich leicht beurteilen: So kann man zum Beispiel den gesamten Energieverbrauch eines Jahres – Basis dafür sind die jährlichen Strom-, Gas- oder Öl-Rechnungen – mit den Branchen-Kennzahlen vergleichen. Dadurch ist schnell erkennbar, ob Energie eingespart werden kann. Auch die verarbeitete Mehlmenge im Vergleich zum Energiebedarf pro Jahr ergibt eine einfache und rasche Beurteilung der Energieeffizienz eines Betriebes. umwelt service salzburg-Berater erstellen für detaillierte Berechnungen zusätzlich zum Beispiel Lastprofilanalysen, um Stromspitzen und Durchlaufwerte zu erkennen, oder messen, wo Abwärme verloren geht und wie sie genützt werden kann.

Modernes Mobilitätsmanagement spart Treibstoff und Emissionen  

Aber nicht nur für Energie müssen Bäckereien viel zahlen, auch für Fahrten zu Filialen und Auftraggebern wird in dieser Branche viel Treibstoff bereitgestellt. Gerade bei Bäckereien, die tagtäglich die immer gleichen Filialen in einem überschaubaren Umkreis beliefern, machen Elektroautos Sinn. Oft können diese mit selbst produzierter Energie aus Photovoltaikanlagen betrieben werden und sind somit noch effizienter. So werden Treibstoffkosten gespart und Umwelt und Klima nachhaltig geschont. Modernes Mobilitätsmanagement bedeutet nämlich auch bei Bäckereien effiziente Planung der Logistik und sinnvolle Routen, ein Fuhrpark mit alternativen Technologien spart zusätzlich Treibstoff und Emissionen.

Bäckerei Rösslhuber spart jährlich 33.000 Euro und 90 Tonnen CO2

Die Bäckerei Rösslhuber in Bergheim hat alle „Top-Energieverbraucher“ – das Backen, die Heizung, die Elektrogeräte, die Kühlung sowie die Beleuchtung –  bereits umgestellt. Dadurch ist der Bergheimer Traditionsbetrieb Branchenvorreiter und spart mit der Unterstützung von umwelt service salzburg knapp 340.000 Kilowattstunden, mehr als 33.000 Euro und 90 Tonnen CO2 jährlich. 2004 wurden die Backöfen von Öl auf Strom umgestellt, 2013 wurden weitere wesentliche „Energiefresser“ in der Bäckerei ausgetauscht: Betreut vom umwelt service salzburg-Berater Ing. Gerald Graf investierte die Familie Rösslhuber in umfassende innerbetriebliche Energieeffizienzmaßnahmen: eine moderne Steuerungstechnik für witterungsgeführte Regelung bei der Heizung sowie optimale Feineinstellungen, höchstmögliche Wärmerückgewinnung aus Kältemaschinen und Lüftung für konstante Vorlauf- und Zulufttemperaturen, ein stromsparender Induktionsherd statt stromfressendem Ofen, Umstellung der Heizung von Öl auf Fernwärme, der Einsatz von LED-Leuchten sowie eine thermische Teilsanierung des Gebäudes. Zusätzlich wird die Auslieferung aller Brötchen, Torten etc. umweltfreundlich mit einem Elektroauto durchgeführt.

Vielfältige Energieeffizienzmaßnahmen bringen Vorteile für Klima und Betrieb

„Die Bäckerei Rösslhuber setzt auf Tradition und höchste Qualität. Dabei liegt uns auch der Umweltschutz besonders am Herzen. Wir investieren in energieeffiziente Maßnahmen und profitieren nicht nur heute, sondern auch morgen von den Einsparungen und den positiven Umwelteffekten“, erzählt Karl Rösslhuber, Geschäftsführer der Bäckerei Rösslhuber. Mit einer Einsparung des Energieverbrauchs von knapp 90 Prozent ist der Salzburger Familienbetrieb ein Best-Practice Beispiel für Energieeffizienz und Umweltschutz für alle Bäckereien in Salzburg. „Die Bäckerei Rösslhuber zeigt, welche Einsparungen durch die Kombination des Beratungsangebotes – maßgeschneiderte und unabhängige betriebliche Umweltberatung sowie Unterstützung bei der Einreichung für Investitionsförderungen – möglich sind: Jährlich 90 Tonnen CO2 für Umwelt und Klima sowie 33.000 Euro für den Betrieb“, erklärt Mag. Sabine Wolfsgruber, Geschäftsführerin von umwelt service salzburg.

Energieberatungen für weitere Bäckereien in Elsbethen, Köstendorf und Seekirchen

Weitere umweltengagierte Bäckereien im Bundesland Salzburg werden der Familie Rösslhuber folgen. Die Bäckerei Pföß mit Sitz in Elsbethen und weiteren Filialen in Stadt und Land Salzburg hat sich bereits zu einer Energieberatung durch das umwelt service salzburg angemeldet. Ein Energieberater startet demnächst mit der konkreten Bestandsaufnahme des Energieverbrauchs und der Ausarbeitung von Maßnahmenvorschlägen – im Zuge des Neubaus will die Bäckerei Pföß möglichst viele energieeffiziente Maßnahmen umsetzen.
Aber nicht nur in Elsbethen, auch in Köstendorf und Seekirchen gibt es Bäckereien, die ihren Energieverbrauch senken möchten: Die Bäckerei Josef Vogl und die Cafe-Konditorei Moser engagieren sich genauso wie die Bäckerei Pföß aktiv für den Umweltschutz. In einem ersten Schritt wollen sie erfahren, ob und welche Einsparmöglichkeiten gegeben sind. Nachdem die umwelt service salzburg-Berater ihre Analysen gemacht und ihre Maßnahmenvorschläge definiert haben, entscheidet jede Bäckerei, was konkret umgesetzt werden soll. Sind die umweltschonenden und energieeffizienten Schritte auch noch so klein – in jedem Fall gilt: Investieren Bäckereien in Umweltmaßnahmen, profitieren sie nicht nur heute, sondern auch morgen von den Einsparungen, den positiven Umwelteffekten, einem umweltfreundlichen Image und deutlichen Wettbewerbsvorteilen.

Unabhängige und geförderte Umweltberatungen  

Welche Umweltmaßnahmen Sinn machen und sich rentieren, weiß das umwelt service salzburg. „Wir bieten neutrale, individuelle und geförderte Beratungen zu Energie, Mobilität sowie Abfall und Ressourcen. So können Bäckereien ihren Energieverbrauch deutlich senken, Betriebskosten sparen, wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig Klima und Umwelt schonen. Zusätzlich zu unseren maßgeschneiderten und unabhängigen Umweltberatungen unterstützen wir bei der Einreichung für Investitionsförderungen“, beschreibt Mag. Sabine Wolfsgruber, Geschäftsführerin von umwelt service salzburg, das Angebot des Vereins mit Sitz in Salzburg.

Investitionsförderungen optimal nutzen

Zahlreiche Investitionsförderungen des Lebens-, Wirtschafts-, und Verkehrsministeriums sowie vom Land Salzburg unterstützen die Bäckereien auf ihrem Weg zur Energieeffizienz. Aber auch Umweltberatungen werden gefördert: Beratungen durch das umwelt service salzburg kosten nur die Hälfte. Wichtig ist es, sich bereits vor der Planung eines Energieeffizienz- oder Mobilitäts-Projektes an einen Experten von umwelt service salzburg zu wenden. „Unsere Berater wissen, wo und wie man für die Förderung von Umwelt-Maßnahmen ansuchen und auch wie man Umwelt-Maßnahmen umsetzen muss, damit sie optimal gefördert werden. Darum ist es ratsam, uns bereits vor der Planung zu kontaktieren“, empfiehlt Sabine Wolfsgruber, Geschäftsführerin von umwelt service Salzburg.

Daten und Fakten umwelt service salzburg

Der Verein umwelt service salzburg organisiert und fördert Umweltberatungen für Unternehmen und Gemeinden in den Bereichen Energie, Mobilität, Abfall und Ressourcen sowie Umwelt. Als einzige Institution im Bundesland übernimmt das umwelt service salzburg einen Teil der Kosten für Umweltberatungen. Land Salzburg, Wirtschaftskammer Salzburg und Salzburg AG unterstützen als ordentliche Mitglieder, das Umweltministerium als Förderer die Beratungsinstitution.

Zahlen zu Einsparungen und Beratungen

442 Tausend Liter Öl, 15 Millionen Kilowattstunden Strom, 1 Million Kubikmeter Gas, 478.000 Liter Diesel, 297.000 Liter Benzin, 81 Tonnen Restmüll, 6.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2): Das sind die Einsparungen von 2015, die die 406 vom umwelt service salzburg beratenen Unternehmen, Gemeinden und Institutionen durch 483 realisierte Maßnahmen erreicht haben. Durch die 2015 umgesetzten Maßnahmen werden jährlich 2,6 Millionen Euro Betriebskosten sowie 6.000 Tonnen CO2 eingespart. Seit 2003 wurden in über 1.400 Betrieben, Gemeinden und Institutionen rund 3.300 effiziente und unabhängige Umwelt-Maßnahmen gesetzt. Dafür wurden Investitionen von mehr als 275 Millionen Euro im Bundesland Salzburg getätigt. Jährlich werden durch alle bisher umgesetzten Maßnahmen rund 68.000 Tonnen CO2 eingespart. Um diese Emissionen in der Atmosphäre zu binden, müssten 5,5 Millionen Bäume gepflanzt werden.

Bäckerei und Konditorei Rösslhuber