12.08.16

Immer öfter stehen die Bäckereien im Konkurrenzkampf mit Großmärkten, die ebenfalls versuchen, frisch gebackenes Brot anzubieten. Daher sind die Energiekosten bei der Herstellung von Teigwaren aller Art immer öfter auch ein Wettbewerbsfaktor.

„In Bäckereien machen die Energiekosten ca. 2 bis 6% des Umsatzes aus“, sagt Mag. Andreas Radauer und meint, dass sich Energiesparen auf alle Fälle lohnt. Übertroffen wird der Energieverbrauch von Bäckereien zum Beispiel nur von Wäschereien und Industriebetrieben.

Andreas Radauer, selbständiger Energieberater von umwelt service salzburg, beantwortet in folgendem Interview erste Fragen zu diesem Thema:

Herr Radauer, wie verteilt sich der Energiebedarf einer Bäckerei?

Der Großteil der Energie wird natürlich durch das Backen beansprucht, gefolgt von der Raumwärme und immer mehr für die Kühlung. Moderne Bäckerei-Betriebe arbeiten sehr oft mit gefrorenen Teiglingen, die tiefgekühlt  in der Bäckerei angeliefert und je nach Bedarf aufgebacken werden. Durch die Teigling-Tiefkühlung hat sich der Strombedarf in den letzten Jahren dramatisch erhöht. Aber auch die Laden-Backöfen und Backstationen verschlingen einen Großteil der sogenannten Prozesswärme.

Wie kann man rasch einen Betrieb beurteilen, Herr Radauer?

Es ist recht einfach: Aus der jährlichen Stromrechnung kann der Energieverbrauch eines Jahres entnommen werden.  Sollte noch eine Öl- oder Gasfeuerung betrieben werden, können diese Werte ebenfalls in kWh umgerechnet und zu den Stromkosten addiert werden. Wenn man diese Zahlen der letzten Jahre mit den Branchen-Kennzahlen vergleicht, sieht man als Energieberater ziemlich schnell den Handlungsbedarf. Anhand der jährlich verarbeiteten Mehlmenge und des Energiebedarfs während der gleichen Zeit kann auf einfache Art und Weise ein Betrieb beurteilen werden und darüber hinaus bringt ein energieeffizienter Betrieb mehr Rendite für den Unternehmer.

Welche Anlagen einer Bäckerei kosten am meisten?

Für die Verarbeitung von 1 kg Mehl werden ca. 3 Liter Warmwasser benötigt. Das ist nicht wenig. Wenn man es aber geschickt einrichtet, bekommt man das Warmwasser gratis, denn das Warmwasser kann anstelle mit teurer Elektrizität meist vollständig mit Abwärme aus den Kälteanlagen erhitzt werden. Rund 2/3 der Energiekosten entstehen aber  beim Backen. Die hohen Backtemperaturen bringen auch große Verluste mit sich – da liegt ein enormes Sparpotential in fast jedem Betrieb. 

Gibt es auch organisatorische Maßnahmen in einer Bäckerei?

Die Bäcker benötigen zum Beispiel dreimal mehr Energie als Köche, daher können sie auch mehr einsparen als andere Berufsgruppen. Das beginnt mit unnötigen Warmhaltezeiten, konsequentes Schließen der Ofentüren und der Optimierung von Backflächen und Backgutreihenfolgen. Mit diesen organisatorischen Maßnahmen können Einsparungen meist ohne finanziellen Aufwand erreicht werden.

Umweltförderungen für Bäckereien durch umwelt service salzburg

Auch für Bäckereien gibt es ein attraktives Förderungsangebot im Rahmen der betrieblichen Umweltförderung: den Energiecheck für Produktionsbetriebe. Bei Fragen rufen Sie uns an unter  T 0662-8888-438Mag. Gerne beantwortet Ihnen auch Andreas Radauer direkt unter T 0664 / 7381 7252 ihre Fragen.